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AOR Heaven
Eins ist klar: Wenn’s heutzutage um melodischen Powermetal geht, kommt man an den unumstrittenen „Bannerträgern“ wie STRATOVARIUS, NIGHTWISH oder SONATA ARCTICA auf gar keinen Fall vorbei. Was aber nun, wenn sich Mitglieder beider letztgenannter Bands zusammentun? Wird das „Baby“ die gleichen vorteilhaften Gene in sich tragen, wie die „Eltern“? Im Falle der Finnen ALTARIA darf man getrost davon ausgehen, denn Jani Liimatainen und Emppu Vuorinen, die beiden Saitenschwinger, wetten garantiert nicht auf tote Pferde, als sie beschlossen, sich der von Bassist Marko Pukkila and Drummer Tony Smedjebacka gegründeten Truppe anschlossen. Im Gegenteil, das Rennen wird mit dem flotten und hochmelodischen „Unicorn“ eröffnet, da gibt es gar nichts zu meckern. Auf der letzten Startbahn reiten die Jungs mit „Emerald Eye“ ein schwächeres Pferdchen: Ein etwas klischeehafter ruhiger Track, trotzdem noch um Meilen besser, als was andere Powermetaljockeys zur Zeit fabrizieren. Denn sonst hätte Scheffe Georg schon längst die Chance gehabt, eine der unzähligen PM’ler für seinen neuen METAL HEAVEN Stall zu signen. ALTARIA müssen also auf jeden Fall etwas besonderes sein. Den Spaß an der Freude merkt man den Musikern auf jedem Song des Albums „Invitation“ an, einer Einladung also, der man gerne folgt. Verkrampft klingt hier nämlich gar nichts – der Fehler, sich an den fahrenden Erfolgszug der Hausbands zu klammern, wird tunlichst vermieden. Das liegt zu einem großen Teil an Sänger Jouni Nikula, der bestimmt einige Gemüter spalten wird. Seine Stimme schraubt er in schwindelerregende Höhen, von Produzent Nino Laurenne (THUNDERSTONE) vorbildlich in Szene gesetzt. Ein wenig erinnert’s dann und wann vielleicht an die Kollegen von STRATOVARIUS, das aber wohl, weil ALTARIA sich aus derselben Quelle bedienen. Zum Abschmecken nehme man noch einen Ville Vallo (HIM), wenn selbiger singen könnte. Neben den Vocals stehen die Gitarren und eingängige Melodien ganz klar im Vordergrund: Nicht übermäßig beladen, sondern knackig produziert. ALTARIA also das beste neue Pferd im METAL HEAVEN Stall. Wer’s knallig mag, kommt hier nicht vorbei, schon um die Wartezeit zur nächsten SONATA ARCTICA ansprechend zu verkürzen.
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